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| 5.3 | Geeignete und ungeeignete Anwendungstypen |
| 5.3.1 | Geeignete Anwendungstypen |
Wie in Kapitel 3.1 Beispiele von Webapplikationen bereits angesprochen, lassen sich Webapplikationen grob in zwei Gruppen einteilen. Einerseits Webapplikationen, die herkömmliche Client/Server- oder auch Desktop-Anwendungen ablösen. Andererseits dynamische Webauftritte, die so umfangreich geworden sind, dass man ebenfalls von Webapplikationen sprechen kann. Ganz klar ist diese Trennung aber oft nicht.
Webapplikationen anstatt herkömmliche Client/Server-Anwendungen
Viele Branchenlösungen, insbesondere solche, wo hauptsächlich Daten erfasst und verwaltet werden müssen, können als Webapplikationen implementiert werden. Es darf allerdings keiner der oben genannten Ausschlussgründe zutreffen. Falls Details nicht mit herkömmlichen Standards (HTTP, HTML, Formulare, Javascript) lösbar sind, könnte auf Java-Applets oder Plugins ausgewichen werden.
Bei der Datenverwaltung ist es allerdings äußerst wichtig, dass die Bedienung schnell von der Hand geht. Durch Webseiten wird üblicherweise mit der Maus navigiert. Bei solchen Webapplikationen sollten aber Tastaturkürzel für Formularelemente vergeben und allgemein auf eine schnelle Bedienbarkeit - vor allem mit der Tastatur - geachtet werden.
Konkrete Beispiele sind Kundenverwaltung, Lohn- oder Gehaltsverrechnung, Bestell- und Rechnungswesen etc. Auch von webbasierten Lösungen für Call-Center liest man immer öfters. Der Autor selbst hat bei Webapplikations-Projekten für Call-Center mitgearbeitet. Z.B. eine Software für die Telefonauskunft oder für die Durchführung von Telefonumfragen.
Telebanking oder Content Management Systeme könnte man zu beiden Webapplikations-Gruppen zählen. Einerseits gibt es für beide Anwendungstypen auch herkömmliche Applikationen. Andererseits wird Telebanking oft über das Internet durchgeführt (Internet-Banking). Das Internet-Banking kann auch bereits in den Webauftritt einer Bank integriert sein. Auch die Verwaltung einer Webseite mit Hilfe eines Content Management Systems erfolgt oft über das Internet.
Umfangreiche dynamische Webseiten als Webapplikationen
Paradebeispiel für Internet-Webapplikationen sind Online-Shops. Vom einfachen rein clientseitigen Programm bis zu hochkomplexen Shops wie Amazon gibt es hier alle möglichen Ausprägungen. Neben den Online-Shops gibt es auch die Online-Auktionshäuser.
Portale verwenden oft mehrere verschiedene Webapplikationen, die zusammenarbeiten. Verwaltet werden sie meist über Content Management Systeme. Sie enthalten Anwendungen wie Diskussionsforen, Umfragen, Newsletter, Bildergalerien, Linklisten etc. Tourismusportale bieten z.B. eine Online-Reisebuchung oder -Zimmerreservierung an.
Ebenfalls Webapplikationen sind Volltextsuchmaschinen, Verzeichnisse und spezialisierte Suchdienste.
| 5.3.2 | Ungeeignete Anwendungstypen |
Welche Anwendungstypen nicht geeignet sind, sie als Webapplikationen zu implementieren, lässt sich leicht mit Hilfe der oben aufgelisteten Ausschlussgründe (Kapitel 5.2 Nachteile von Webapplikationen) ermitteln. Insbesondere sind das die typischen WYSHIWYG-Anwendungen wie etwa Office-Pakete. Ein Textverarbeitungs- oder ein Tabellenkalkulationsprogramm lassen sich unmöglich (ohne Java Applets oder Plugins) als Webapplikation realisieren. Gleiches gilt für Editoren oder Programmentwicklungswerkzeuge. Ein rudimentäres Präsentationsprogramm auf HTML-Basis ließe sich durchaus realisieren. Auch Datenbankverwaltungswerkzeuge gibt es webbasiert.
Auch nicht als Webapplikationen realisierbar sind die bekannten Bild-, Video- und Audiobearbeitungsprogramme.
Grundsätzlich eignet sich ein sehr großer Teil der Einzelplatzsoftware nicht als Webapplikation. Die Stärken der Webapplikationen liegen eindeutig bei Client/Server-Applikationen, die einfache Daten verarbeiten müssen.
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